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Mikroplastik in unseren Gewässern – gemeinsam Klarheit schaffen

Mikroplastik ist längst überall angekommen: in Böden, Gewässern, der Luft und sogar in unserem Körper. Selbst in abgelegenen Gebieten der Welt findet es sich und in nahezu allen Organismen – einschließlich uns Menschen. Es reichert sich in Nahrungsketten an und steht im Verdacht, vielfältige negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit zu haben.

Die Zahlen sind alarmierend – und sie betreffen uns direkt

Pro Kopf gelangen in Deutschland jedes Jahr rund 5,4 Kilogramm Kunststoff in die Umwelt – davon allein etwa 4 Kilogramm als Mikroplastik. Was das bedeutet? Kunststoffe brauchen unter natürlichen Bedingungen bis zu 2000 Jahre, um abgebaut zu werden. Gleichzeitig lässt sich Mikroplastik nur schwer wieder aus der Umwelt entfernen. Seit rund 60 Jahren reichert es sich deshalb an – in Böden, Gewässern, der Luft und unserer Nahrung.

Gemeinsam können wir etwas tun

Genau deshalb starten wir vom VSR-Gewässerschutz ein neues Projekt: Wir wollen deutschlandweit untersuchen, wie stark kleinere Gewässer mit Mikroplastik belastet sind – und woher die Partikel stammen. Denn nur wer die Quellen kennt, kann sie auch stoppen. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung.

Ihre Spende macht den Unterschied

Ihre Spende für:

  • Probenahme-Equipment – damit wir vor Ort professionell Proben entnehmen können
  • Laboranalysen – damit wir verlässlich auswerten, wie viel Mikroplastik tatsächlich in unseren Gewässern schwimmt

Jeder Euro hilft uns, ein genaueres Bild zu zeichnen – vom Dorfbach bis zum Lieblingsfluss. Und dieses Wissen schützt nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit.

✓ Gemeinnützig & unabhängig seit über 40 Jahren ✓ Ihre Spende ist steuerlich absetzbar

Mikroplastik-Wissen

Unter Mikroplastik versteht man winzige Kunststofffasern oder -partikel zwischen 0,001 und 5 Millimetern – kleiner noch sind Nanoplastik-Partikel. Es entsteht entweder gezielt für technische Anwendungen (zum Beispiel als Pellets) oder durch den Zerfall größerer Kunststoffteile durch Sonne, Temperatur, mechanische Beanspruchung oder chemische Prozesse.

Die Hauptquellen sind vielfältig: Nach einer Studie des Fraunhofer UMSICHT-Instituts von 2018 ist Reifenabrieb mit rund 102.000 Tonnen pro Jahr in Deutschland eine der größten Quellen. Aber auch verunreinigter Kompost aus der Abfallwirtschaft setzt etwa 14.000 Tonnen pro Jahr frei.

  • Mobilität: Mit rund 137.000 Tonnen pro Jahr ist der Verkehrsbereich der größte Verursacher – durch Abrieb von Reifen, Fahrbahnmarkierungen, Bitumen und Schuhsohlen. Mehr…
  • Landwirtschaft und Gartenbau: Rund 17.000 Tonnen pro Jahr (neuere Studien sprechen sogar von 19.000 Tonnen und mehr) stammen aus diesem Bereich – durch Kompost, Folien, kunststoffumhülltes Saatgut, Dünger und Töpfe. Mehr…
  • Industrie: Pelletverluste bei Produktion, Transport und Verarbeitung verursachen etwa 15.000 Tonnen pro Jahr. Hier greift seit 2025 die EU-Pellet-Loss-Regulation.
  • Sportstätten: Kunstrasenplätze und Laufbahnen mit Kunststoffbelägen und stoßdämpfenden Granulaten sind mit rund 11.000 Tonnen pro Jahr ein oft unterschätzter Verursacher. Mehr…
  • Farben und Lacke: Rund 5.400 Tonnen pro Jahr, davon allein etwa 3.000 Tonnen von Gebäudefassaden. Der Rest verteilt sich auf lackierte Oberflächen, Schiffsfarbe und nur zu einem geringen Teil auf Windkraftanlagen.

Der Verkehr ist der bedeutendste Emittent von Mikroplastik. Reifen- und Fahrbahnabrieb gelangen als Feinstaub in die Atemluft und lagern sich auf Straßen und Randbereichen ab. Von dort spült Regen sie in die Kanalisation – und damit ins Abwasser.
Bei gemischter Kanalisation gelangen die Partikel bei Starkregen über Mischwasserentlastungen direkt in Gewässer. Im Normalbetrieb hält die Kläranlage einen Teil zurück.
Bei getrennter Kanalisation fließt der Straßenablauf in Regenwassersammelbecken, wo sich ein Teil absetzt – ein anderer Teil wird jedoch, besonders bei Starkregen oder nach langen Trockenperioden, direkt in Gewässer gespült.
Hier besteht dringender Handlungsbedarf: Wir müssen verhindern, dass Straßenabwässer unsere Gewässer verunreinigen.

In Landwirtschaft und Gartenbau werden Kunststoffe vielfältig eingesetzt – als Folien, Schnüre, Töpfe oder Beschichtungen von Fahrsilos. Sonne, Temperatur und mechanische Beanspruchung lassen sie in Mikroplastik-Partikel zerfallen. Hinzu kommen Langzeitdünger und kunststoffumhülltes Saatgut, das direkt in den Boden gegeben wird.
Der weitaus größere Anteil stammt jedoch aus der jahrzehntelangen Ausbringung von Klärschlämmen und der Nutzung konventionell hergestellten Komposts, der durch Fehlwürfe in der Biotonne mit Mikroplastik belastet ist.
Das belastet die Böden und über Abschwemmung oder Drainagen gelangt es von hier in unsere Gewässer.
Leider fehlt in diesem Bereich oft noch das Bewusstsein für die Problematik – genau das wollen wir mit unserem Projekt ändern.

Auch Sportstätten tragen deutlich zur Belastung bei: Kunststoffbeläge und Kunstrasen sind starkem Abrieb ausgesetzt. Zur Stoßdämpfung wird Kunstrasen mit Kunststoffgranulaten bestreut, die lose zwischen den „Halmen“ liegen und regelmäßig aufgefüllt werden müssen, da sie „verschwinden“. Das „verschwundene“ Granulat wird abgeschwemmt, in die Kanalisation gespült oder verbreitet sich in der Umgebung der Plätze.

Mikroplastik ist mittlerweile weltweit verbreitet – selbst in den abgelegensten Gebieten der Erde. Wind und Meeresgischt transportieren die Partikel über weite Strecken, bis sie mit dem Niederschlag wieder in Böden und Gewässer gelangen.
Für Tiere ist das fatal: Sie nehmen die Partikel bei der Nahrungsaufnahme oder durch Einatmen auf. Kleinstlebewesen verstricken sich in Fasern, Mikroplastik verstopft ihren Verdauungstrakt – mit der Folge des Verhungerns. Chemische Substanzen, die von den Partikeln abgegeben werden, gefährden zusätzlich Fortpflanzung und Überleben. Über die Nahrungskette reichert sich Mikroplastik an – bis hin zu uns Menschen.
Auch Pflanzen und Pilze nehmen Mikroplastik über Wurzeln und Blätter auf. Selbst wer sich rein pflanzlich ernährt, ist nicht geschützt.
Hinzu kommen Lebensmittel- und Getränkeverpackungen aus Kunststoff, Vorratsbehälter und Kochgeschirr, die Partikel an Nahrung und Getränke abgeben.
Schätzungen zufolge nehmen Erwachsene wöchentlich bis zu 5 Gramm Mikroplastik auf – das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte.
In verschiedenen menschlichen Organen, u.a. dem Gehirn wurde Mikroplastik bereits nachgewiesen. Die Forschung läuft auf Hochtouren, und die Hinweise mehren sich: Mikroplastik wirkt entzündungsfördernd, hormonell störend, toxisch und DNA-schädigend. Es steht im Verdacht, folgende Erkrankungen zu begünstigen:

  • Demenz
  • Gefäßschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Depressionen und Angstzustände
  • Stoffwechselstörungen (Übergewicht, Diabetes)
  • Immunschwäche
  • Krebs

Ein Experiment mit Mäusen aus dem Jahr 2026 zeigte, dass Partikel bestimmter Größe bei ihnen zu Fettleber führten. Ob diese Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind, werden künftige Studien zeigen.
Besonders belastet sind hochverarbeitete Lebensmittel, die in vielen Prozessschritten durch Maschinenabrieb Mikroplastik aufnehmen.
Auch wenn noch viele Untersuchungen ausstehen: Die bisherigen Erkenntnisse sind alarmierend – und ein Grund mehr, aktiv zu werden.

Neben nachhaltigen, kunststofffreien Artikeln im Haushalt und Naturmaterialien bei der Kleidung gibt es viele Möglichkeiten, sich selbst und die Umwelt zu schützen:
Waschen ohne Mikroplastik: Die Verwendung eines Mikroplastik-Wäschenetzes hilft die Freisetzung von Kunststofffasern zu verringern.
Sportplätze checken: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Sportverein oder Ihrer Gemeinde, ob in den Gullys auf Kunststoffsportplätzen bereits Rückhaltesysteme für Mikroplastik installiert sind – und regen Sie gegebenenfalls deren Einsatz an. Das aufgefangene Material kann zum Einstreuen wiederverwendet werden und verringert so Kosten.
Biomüll sauber halten: Achten Sie darauf, dass kein Kunststoff in den Biomüll oder ins Abwasser gelangt.
Plastikflaschen meiden: Verzichten Sie auf Getränke aus Plastikflaschen.
Dauerhaftes Grün: Setzen Sie auf langlebige Stauden in Balkonkästen oder im Garten – statt auf Saisonbepflanzung – das reduziert die Kunststoffbelastung im Gartenbau.
Bio bevorzugen: Greifen Sie eher zu Bio-Lebensmitteln, da hier die Bodenbelastung mit Mikroplastik deutlich geringer ist.

Bald geht’s los: Forscher*in für einen Tag

In Zukunft wollen wir Sie aktiv einbinden! Als Bürgerwissenschaftler*in können Sie selbst mit unserer Unterstützung Proben in Gewässern in Ihrer Nähe sammeln und so direkt zum Gewässerschutz beitragen. Ob Sie ökologisch engagiert sind oder einfach nur wissen wollen, wie es um Ihr Lieblingsgewässer bestellt ist – gemeinsam schaffen wir Transparenz und die Grundlagen für besseren Schutz.

Machen Sie mit!

Unterstützen Sie unser Projekt mit einer Spende oder bleiben Sie auf dem Laufenden, wie Sie bald selbst in Ihrer Region mit anpacken können.

Gemeinsam bringen wir Licht ins Dunkel – für sauberes Wasser in Ihrer Region und überall.