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Schweine in einer Massentierhaltung

Industrielle Massentierhaltungen belasten Grundwasser

Schweinefleisch und Milch für den Export

Nicht nur die Discounter führen dazu, dass die konventionellen Landwirte nur noch mit möglichst hohen Viehbeständen genügend Geld verdienen können. Auch die Molkerei-Industrie und Großschlachtereien üben einen enormen Druck auf die Bauern aus. Fleisch und Milch sollen im Überschuss produziert werden, damit die Ware gewinnbringend exportiert werden kann. Die Landwirte werden auf diese Weise gezwungen, immer mehr und immer billiger zu produzieren. Jedoch profitieren ausschließlich die Konzerne vom Gewinn. Die hohen Kosten muss der Landwirt tragen. Die Überschussproduktion geht aber nicht nur auf Kosten der Landwirte, sondern auch auf Kosten der Umwelt. Die Umweltschäden, die durch die Massenproduktion entstehen, werden nicht in den Preisen berücksichtigt.

Säurekarte Niedersachsn

Grundwasser ist sauer

In den Regionen mit vielen Massentierhaltungen entstehen hohe Ammoniakemissionen. Diese führen vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zur Versauerung des Grundwassers. Ammoniak entsteht, wenn sich Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzen. Es gelangt in die Luft, reagiert mit anderen Gasen und bildet feinste Partikel. Dieser Feinstaub setzt sich auf die Pflanzen und den Boden ab. Dort führt er zu einer schleichenden Versauerung.

Fakten aus der Schweinemast

Schweine Schnautze schaut zwischen zwei Gitterstäben durch

Rund 24,7 Mio. Schweine werden allein in Deutschland für die Fleischproduktion gehalten und intensiv gemästet. Damit die Tiere innerhalb kürzester Zeit ein Endgewicht von bis zu 125 kg erreichen, muss energiereiches Kraftfutter verabreicht werden. Diese Kraftfuttermischungen bestehen auch zu einem großen Teil aus Mais und Weizen. Um derart viele Tiere mit Kraftfutter versorgen zu können, werden viele Ackerflächen für den Anbau von Futter und nicht für Lebensmittel genutzt. Um hohe Erträge zu erzielen, wurde eine immer stärkere Intensivierung der Landwirtschaft voran getrieben. Konventioneller Weizen- und Maisanbau erfolgt in Monokultur, wird häufig mit Pestiziden behandelt und viel gedüngt. Leider wird ein Teil der Stickstoffgabe nicht von den Pflanzen aufgenommen und belastet so die Böden und das Grundwasser.

Fakten aus der Milchkuhhaltung

Ein großer Euter einer Milchkuh

Bei der industriellen Haltung von Milchkühen wird Milch im Überschuss produziert. Es wird wesentlich mehr Milchprodukte exportiert als importiert. Die Molkereien setzen die Landwirte unter Druck möglichst viel Milch für wenig Geld zu produzieren. Riesige Konzerne wie Arla oder Danone haben mittlerweile den Weltmarkt erobert. Sie bezahlen immer geringere Preise und fördern damit ganz gewaltig die Erhöhung der Tierzahlen. Die Folge ist die Produktion von Milchüberschuss und ein Export nach China oder Afrika. Damit die Kühe in Massentierhaltungen mehr Milch produzieren, benötigen sie ein besonders energiereiches Futter aus Getreide.In den Regionen mit Massentierhaltungen hat der Mais innerhalb weniger Jahrzehnte die traditionellen Futterpflanzen fast völlig verdrängt. Klee, Kleegras, einzelne Gräserarten und Wiesen sind aus der industriellen Landwirtschaft verschwunden. Laut Statistischem Bundesamt erhalten in Deutschland nur knapp 31 % aller Rinder Zugang zu einer Weide – dabei wäre die Weidehaltung artgerecht und eine sinnvolle Nutzung von Grünland. Naturgemäß grasen Rinder bis zu 12 Stunden täglich und haben genug Bewegung und Platz, um sich zum Wiederkäuen hinzulegen. In der intensiven Milchkuhhaltung leben die Tiere jedoch in Stallgebäuden mit harten Betonböden und werden mit Kraftfutter versorgt. Dieses besteht überwiegend aus Soja und Mais aus intensivem Monokultur-Anbau. Besonders dramatisch: Für den Anbau von Futter-Sojabohnen wird in Südamerika Regenwald und damit wertvoller Lebensraum vieler Arten vernichtet. Zudem vergiftet diese Art des Anbaus Böden und Gewässer und befeuert gewaltig den Klimawandel.

Das Geschäft mit der Gülle

Ein Trecker auf dem FEld und ein Gülletransporter

Die große Menge an Gülle aus den Massentierhaltungen kann schon lange nicht mehr in der Region zur sinnvollen Düngung von landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt werden. 1988 entstanden die ersten dieser Börsen als „Selbsthilfeorganisation“ von Landwirten. Doch inzwischen hat sich daraus ein riesiges Geschäft mit der Gülle entwickelt. Die Gülletranporte aus den Hochburgen der Agrarfabriken steigen kontinuierlich an. Heute fährt am Betrieb eine Spedition mit einem 30-Kubikmeter-Sattelauflieger vor, um die Gülle abzuholen. Beim Transport über weite Entfernungen kommt es immer häufiger vor, dass die Gülle sogar auf Schiffe verladen wird. Auch Lohnunternehmer, die für Massentierhaltungen arbeiten, verdienen kräftig mit und schaffen sich große Fuhrparks an: Gemacht wird, was sich „rechnet“. Die Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger verpflichtet jeden, der Gülle oder Gärreste in den Verkehr bringt, befördert, aufnimmt, verwertet oder mit ihnen handelt, Aufzeichnungen zu führen. Insgesamt aber bewirkt dies eine quasi flächenunabhängige Tierhaltung, da die Agrarfabriken für ihre Gülle einen „qualifizierten Flächennachweis“ erhalten. Da ist es völlig egal, wo die Flächen liegen oder wer sie bewirtschaftet – das Papier gilt als Nachweis einer ordnungsgemäßen Nährstoffverwertung im Rahmen der Düngeverordnung. Genehmigungsbehörden wiederum erkennen ihn an und erteilen „ordnungsgemäß“ ihre Okays für den Bau von immer mehr Agrarfabriken. Die Aufzeichnungspflicht indes kann nicht verhindern, dass das ganze Geflecht der beteiligten Betriebe undurchsichtig bleibt. Eine Kontrolle der Transporte ist durch das Konglomerat abgebender, vermittelnder und aufnehmender Betriebe äußerst schwierig.

Fleischkonsum verringern

Ein hoher Fleischkonsum hat erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Das allein sind schon gute Argumente weniger Fleisch zu essen – Ihre Gesundheit wird es Ihnen ebenfalls danken!

Eine vegetarische Suppe mit Kartoffeln und Sahne

Fazit

Es ist dringend nötig, dass ein Umdenken in der Politik stattfindet. Die Weichen für eine gesunde Landwirtschaft werden in Brüssel gestellt. Es dürfen nicht mehr nur die Interessen der Konzerne und Verbände gefördert werden! Die Bauern hängen bildlich gesprochen am Tropf der staatlichen Gelder. Ohne die insgesamt 45 Mio. Euro EU-Direktzahlungen könnten die landwirtschaftlichen Betriebe nicht mehr überleben. Der Landwirt braucht einen gerechten Preis für seine Erzeugnisse und könnte damit auch ohne EU-Direktzahlungen auskommen.

Wir fordern:

  • Massentierhaltungen stoppen!
  • Keine politische Unterstützung mehr für den Export von Fleisch und Milch!
  • Tierleid beenden!
  • Umweltschäden vermeiden!

Die Welternährung kann nur gesichert werden, wenn eine Produktion der Lebensmittel im jeweiligen Land vor Ort unterstützt wird. Eine stetige Produktionssteigerung in der EU für den weltweiten Export kann nicht das Ziel sein!