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Bilder der Weser am zusammenfluss

Messfahrten im Wesereinzugsgebiet

Der VSR-Gewässerschutz führte Messfahrten an der Weser und den Nebenflüssen durch: Die Weser transportiert nach wie vor zu viele Nährstoffe in die Nordsee.  Hier muss dringend die Nitratbelastung aus dem zusickernden Grundwasser verringert werden.

Die Weser fließt in Bremerhaven in die Nordsee und hält den Grenzwert der Nitratkonzentration von maximal 12,3 mg/l nicht ein. Dies entspricht der in der Oberflächengewässerverordnung vorgeschriebene Stickstoffkonzentration der Nordseezuflüsse von 2,8 mg/l. Damit die Oberflächengewässerverordnung ist eine Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer. Die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme in den Flussgebietseinheiten richten sich zum Schutz der Meeresgewässer an dem Ziel aus, dass die in die Nordsee mündenden Flüsse den Grenzwert nicht überschreiten.


Messfahrt an der Weser

Die Beprobung der Weser im Dezember 2025 begann in Wesertal mit einer Nitratbelastung von 16,7 mg/l, die sich über Höxter und Bodenwerder bis Rinteln leicht auf 17,8 mg/l steigerte. Unter den Nebenflüssen wies die Bever bei Beverungen mit 32,7 mg/l eine extrem hohe Nitratbelastung auf, während Diemel 16,1 mg/l, Schwülme 19 mg/l, Emmer 17,5 mg/l und Werre 19,9 mg/l ebenfalls stark aber geringer belastet waren. Im weiteren Verlauf über Vlotho, Minden und Petershagen blieb die Weser bei knapp 17,5 mg/l stabil. Der Zuflüss der Großen Aue mit 17,2 mg/l trug zu keiner Entlastung bei. Erst der Zufluss der Aller bei Verden mit 14,1 mg/l führt zu einer deutlichen Entlastung. So lag die Nitratkonzentration in der Weser bei Achim nur noch bei 15,9 mg/l. Ab hier änderte sich die Belastung bis Hemelingen nicht mehr. Die Weser liegt somit weit oberhalb des Zielwerts von 12,3 mg/l.

Nitratbelastung in der Weser und Nebenflüsse
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Quellflüsse der Weser

Die Messfahrt an der Fulda im Dezember 2025 begann in Breitenbach mit einer hohen Nitratbelastung von 17,9 mg/l. Die im Oberlauf mündenden Nebenflüsse Ulfe (16,6 mg/l) und Bebra (17 mg/l) weisen ebenfalls Nitratwerte deutlich oberhalb des Zielwerts von 12,3 mg/l auf. Auch die weiteren Zuflüsse wie der Mündersbach bei Rotenburg mit 14,4 mg/l sowie die Beise bei Beiseförth mit 13,6 mg/l bringen erhöhte Nitratkonzentrationen ein. Nach dem Zusammenfluss mit der Eder bei Edermünde (14,9 mg/l) sinkt der Wert in der Fulda bei Kassel leicht auf 16,9 mg/l ab, steigt bis Hann. Münden jedoch wieder auf 17,3 mg/l an. Damit verfehlt die Fulda auf ihrer gesamten Länge den Zielwert deutlich.

Nitratbelastung in der Fulda und Nebenflüsse
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Die Messfahrt an der Werra im November 2025 startete in Meiningen mit einer Nitratbelastung von 15,3 mg/l, die sich über Schwallungen und Bad Salzungen bis Gerstungen leicht auf rund 15,9 mg/l erhöhte. Während die Öchse mit 14,4 mg/l und die Ulster mit 10,8 mg/l niedrigere Werte aufwiesen, brachten die Elte bei Lauchröden mit 16,5 mg/l sowie insbesondere der Holunderbach mit 27,3 mg/l und der Heldrabach mit 30 mg/l sehr hohe Nitratkonzentrationen. Die Hörsel bei Eisenach lag mit 12,6 mg/l nahe am Zielwert. Ab Treffurt sinkt die Belastung der Werra schrittweise von 14,9 mg/l über Niederhone auf 15,2 mg/l, Allerdorf auf 14,5 mg/l und Witzenhausen auf 14,1 mg/l ab, steigt bei Hann. Münden aber wieder leicht auf 14,8 mg/l. Der Zielwert von 12,3 mg/l wird somit durchgehend überschritten.

Nitratbelastung in der Werra und Nebenflüsse
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Weitere Flüsse im Wesereinzugsgebiet

Die Messfahrt an der Aller startete im Dezember 2025 in Wolfsburg. Die Nitratbelastung lag dort mit 9,8 mg/l unter dem Zielwert von 12,3 mg/l, den die Weser in Bremen einhalten soll. Auch bei Gifhorn wurde mit 10,5 mg/l noch eine geringe Nitratbelastung gemessen. Bei Müden stieg die Nitratkonzentration dann deutlich auf 14 mg/l an. Die einfließende Oker mit 12,6 mg/l senkte den Wert bis Celle ebenfalls auf 12,6 mg/l ab.

Die Fuhse wies bei der Beprobung Nitratwerte von etwa 12,8 mg/l auf. Bis Hademstorf senkte sich die Nitratbelastung mit 12,3 mg/l genau in den Bereich des Zielwertes. Mit einem Nitratwert von 15,6 mg/l mündet die Leine in der Aller. Es kommt zu einem Anstieg der Belastung. Bei Hodenhagen wurden 14,1 mg/l gemessen, in Rethem stieg der Wert auf 14,5 mg/l an. Bis zur Mündung in Verden in die Weser blieb die Belastung mit rund 14,1 mg/l deutlich über dem Zielwert.

Nitratbelastung in der Aller
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Die Messfahrt an der Diemel startete in Marsberg. Hier lag die Nitratbelastung mit 13 mg/l bereits knapp über dem angestrebten Zielwert von 12,3 mg/l. Der Zufluss der Hoppecke wies bei der Beprobung mit 11 mg/l eine geringere Nitratkonzentration als die Diemel sowie der Zielwert auf. Bei Warburg stieg die Nitratkonzentration in der Diemel dann erheblich auf 18,5 mg/l an. Ursächlich hierfür ist insbesondere der stark belastete Nebenfluss Twiste (Wormeln), der mit 21,7 mg/l eine sehr hohe Nitratbelastung aufweist. Im weiteren Verlauf in Richtung Mündung geht die Belastung der Diemel leicht zurück: In Eberschütz wurden 16,5 mg/l gemessen und bei Bad Karlshafen liegt der Wert bei 16,1 mg/l. Der Nebenfluss Warme (Zwergen) wies mit 15,7 mg/l ebenfalls eine Nitratbelastung oberhalb des Zielwerts auf. Insgesamt bleibt die Diemel ab Warburg bis zu ihrer Mündung in die Weser deutlich über dem Zielwert von 12,3 mg/l.

Nitratbelastung in der Diemel und Nebenflüsse
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Die Messfahrt an der Eder startete in Bergheim. Hier lag die Nitratbelastung mit 10,8 mg/l noch unterhalb des Zielwerts von 12,3 mg/l. Bis Fritzlar stieg die Nitratkonzentration leicht auf 11,5 mg/l an, blieb jedoch weiterhin im grünen Bereich. Erst im weiteren Verlauf in Richtung Mündung ist ein deutlicher Anstieg festzustellen: Bei Grifte erreichte die Eder einen Messwert von 14,9 mg/l und überschreitet den Zielwert damit deutlich. Bei Grifte mündet die Eder schließlich in die Weser.

Nitratbelastung in der Eder
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Die Beprobung der Else zeigte bereits zu Beginn in Melle mit 15,1 mg/l eine Nitratbelastung oberhalb des Zielwerts von 12,3 mg/l. Im Bereich Bünde weist der beprobte Mühlenbach mit knapp 8,6 mg/l eine sehr geringe Nitratkonzentration auf, die deutlich unter dem Zielwert liegt. Aufgrund der geringen Wassermenge führt dieser Nebenfluss jedoch zu keiner spürbaren Entlastung des Hauptflusses. Bis Kirchlengern steigt die Nitratbelastung der Else leicht auf 15,7 mg/l an und verbleibt somit über die gesamte Strecke kontinuierlich über dem angestrebten Zielwert. Bei Kirchlengern mündet die Else schließlich in der Werre.

Nitratbelastung in der Else und Nebenflüsse
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Bei der Beprobung der Großen Aue im Dezember 2025 wurde in Espelkamp zunächst eine erhöhte Nitratbelastung von 15,6 mg/l festgestellt. Im weiteren Fließverlauf nahm die Konzentration kontinuierlich ab: Bei Preußisch Ströhen lag der Wert mit 12,6 mg/l nur noch knapp über dem Zielwert, ehe er bei Barenburg mit 10,3 mg/l deutlich darunter sank. Erst auf dem letzten Abschnitt bis zur Mündung bei Binnen stieg die Nitratbelastung wieder stark an und erreichte einen Spitzenwert von 17,2 mg/l, wodurch der Zielwert von 12,3 mg/l schlussendlich weit überschritten wird. Mit diesem Wert mündet die Große Aue schließlich in die Weser.

Nitratbelastung in der Großen Aue
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Die Messfahrt an der Hunte im März 2026 begann in Diepholz mit einer sehr hohen Nitratbelastung von 22 mg/l, während die einmündende Lohne mit 16 mg/l etwas weniger belastet war. Bei Barnstorf ging der Wert in der Hunte kurzzeitig auf 19 mg/l zurück, obwohl der Zufluss Dadau (Cornau) mit 22,3 mg/l einen extrem hohe Nitratwerte aufwies. Im weiteren Verlauf über Wildeshausen (20,7 mg/l) und Oldenburg (21,7 mg/l) stieg die Nitratkonzentration wieder an – unbeeindruckt vom Nebenfluss Haaren, der mit 18,1 mg/l etwas niedrigere Werte aufwies. Bei Elsfleth erreichte die Hunte kurz vor der Mündung in die Weser 21,9 mg/l und liegt damit durchgehend weit über dem Zielwert von 12,3 mg/l.

Nitratbelastung in der Hunte und Nebenflüsse
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Die Beprobung der Leine im Dezember 2025 zeigte von Alfeld mit 15,7 mg/l bis Gronau mit 16,4 mg/l durchgehend erhöhte Nitratwerte oberhalb des Zielwerts von 12,3 mg/l. Der Zufluss der Innerste bei Sarstedt lag mit etwa 14,6 mg/l ebenfalls über dem Zielwert. Im weiteren Fließverlauf über Hannover, Schloss Ricklingen, Neustadt am Rübenberge und Helstorf bewegte sich die Nitratbelastung der Leine auf einem konstant hohen Niveau um 16 mg/l. Auch bei Schwarmstedt veränderte sich der Wert mit rund 15,6 mg/l kaum, sodass die Leine auf der gesamten Messstrecke eine gleichbleibend hohe Nitratbelastung aufweist. Mit dieser Belastung mündet sie in die Aller.

Nitratbelastung in der Leine und Nebenflüsse
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Bei der Messung der Oker im Dezember 2025 lag die Nitratbelastung in Braunschweig mit 12,8 mg/l nur leicht über dem Zielwert von 12,3 mg/l. Bei Hillerse stieg die Konzentration minimal auf 13,3 mg/l an. Bis zur Mündung bei Münden (Aller) ging der Nitratwert wieder auf 12,6 mg/l zurück. Dort mündest sie dann auch in die Aller. Damit überschreitet die Oker den angestrebten Zielwert über den gesamten gemessenen Verlauf hinweg nur geringfügig.

Nitratbelastung in der Oker
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Die Messfahrt an der Werre im Dezember 2025 startete im Bereich Lage und Bad Salzuflen mit einer bereits hohen Nitratbelastung von etwa 17,6 mg/l. Bei Löhne erreichte die Nitratkonzentration in der Werre mit 22,9 mg/l ihren Höchstwert. Der Zufluss der Else bei Kirchlengern wies bei der Beprobung mit 15,7 mg/l eine geringere Nitratbelastung als die Werre auf. Bis Bad Oeynhausen ging die Belastung im Hauptfluss zwar wieder auf 19,9 mg/l zurück, verbleibt jedoch meilenweit über dem festgelegten Zielwert von 12,3 mg/l. In Bad Oeynhausen-Rehme mündest sie in die Weser.

Nitratbelastung in der Werre und Nebenflüsse
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Die Beprobung der Wümme im Dezember 2025 startete in Scheeßel mit einer Nitratbelastung von 14,2 mg/l und stieg bei Rotenburg leicht auf 14,7 mg/l an. Im weiteren Verlauf sank die Konzentration kontinuierlich ab: Über Hellwege (13,9 mg/l) ging der Nitratwert bei Lilienthal auf etwa 11,7 mg/l zurück und lag damit kurzzeitig sogar unterhalb des Zielwerts von 12,3 mg/l. Der Zufluss der Wörpe wies hier mit 11,4 mg/l ebenfalls eine geringere Nitratbelastung auf.

Nach dem Zusammenfluss zur Lesum ist jedoch ein drastischer Anstieg zu verzeichnen: Trotz des moderaten Werts der Hamme bei Ritterhude 12,7 mg/l kletterte die Nitratkonzentration der Lesum bis Grohn steil auf 17,5 mg/l nach oben. Damit wird der angestrebte Zielwert schließlich doch noch deutlich überschritten. Mit dieser Belastung mündet die Lesum dann in die Weser.

Nitratbelastung in der Wümme, Lesum und Nebenflüsse
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Nitratergebnisse im zusickernden Grundwasser

Ca. die Hälfte der Fläche im Wesereinzugsgebiet wird landwirtschaftlich genutzt. Die Landnutzung ist regional sehr unterschiedlich. Im Norddeutschen Tiefland sind vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen zu finden. Im südlich gelegenen Mittelgebirge liegen vor allem Waldflächen. Die Stickstoffeinträge, zu denen auch Nitrat gehört, stammen zum überwiegenden Teil von landwirtschaflich genutzten Flächen und gelangen hauptsächlich über den Grundwasserpfad und Dränagen in die Oberflächengewässer. Das sind diffuse Einträge, die nach Bewirtschaftungsplan für die Flussgebietseinheit Weser auf 87 % beziffert werden. Wenn das Nitrat von den Pflanzen nicht aufgenommen wird, kommt es zur Nitratauswaschung ins Grundwasser. Dieses sickert den Flüssen zu und verschmutzt so die Weser und ihre Nebenflüsse. Drainagen dagegen sind künstlich angelegte Entwässerungssysteme unter den Feldern. Landwirte leiten das Wasser ab um Schäden durch Staunässe auf den Feldern zu vermeiden. Nitrate die in den Untergrund versickern, werden durch die Drainagen in das nächste Oberflächengewässer gespült. Witterungsbedingt können die Nitratkonzentrationen stark schwanken, da in niederschlagsreichen Jahren mehr Stickstoff aus den Böden ausgewaschen wird. Die Hauptbelastung mit Nitrat kommt dabei von den Ackerflächen.

Karte über die Nitratkonzentration im Grundwasser im Wesereinzugsgebiet
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Karte über die Ackerfläche im Wesereinzugsgebiet
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Belastungen aus Kläranlagen

Nur 13 % der Stickstoffeinträge im Wesereinzugsgebiet stammen aus Punktquellen. Das sind Belastungen aus industriellen Direkteinleitungen oder Abwasser von Kläranlagen, die direkt in ein Gewässer eingeleitet werden. Gerade bei den Einträgen aus kommunalen Kläranlagen konnte in den letzten Jahrzehnten eine große Verringerung erreicht werden. Inzwischen können im Durchschnitt über 80 % der Stickstoffe aus dem Abwasser entfernt werden. Gereinigtes Abwasser enthält bundesweit im Durchschnitt nur noch 27 mg/l Nitrat. (6,2 mg/l Nitrat-Stickstoff). Damit ist der Nitrateintrag über die Kläranlagen wesentlich geringer als über das Grundwasser. Oft werden noch private Kleinkläranlagen als Ursache genannt. In Deutschland sind jedoch 97 % der Bevölkerung an die öffentliche Abwasserkanalisation angeschlossen. Daher machen die privaten Kleinkläranlagen, die es noch in ländlichen Gebieten gibt nur einen sehr kleinen Anteil an der Belastung aus.

Kläranlage

Den Meeren geht die Luft aus. Todeszonen stoppen!

Todeszone im Meer

Zu viel Nitrat im Wasser fördert das Algenwachstum. Nach dem Absterben zersetzen Bakterien die Algen. Dieser Prozess benötigt Sauerstoff. Tiere können dann nicht mehr in diesem Wasser leben. Sogenannte Todeszonen entstehen. Es kommt zum Verlust der Artenvielfalt. Um die Todeszonen zu bekämpfen, muss vor allem eins getan werden: Die Nährstoffeinträge in die Nordsee müssen gesenkt werden. Die Belastung des Grundwassers und der Flüsse von heute ist die Belastung der Meere von Morgen