Zum Inhalt springen

Nitratkarte von Thüringen

Der VSR-Gewässerschutz hat eine Nitratkarte erstellt, um die Unterschiede der Nitratbelastung in den verschiedenen Regionen zu verdeutlichen

Die Nitratkarte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen von privat genutzten Brunnen in den einzelnen Kreisen. Die Daten Grundlage für die Karte sind unsere Brunnenwasseruntersuchungen der Jahre 2017 – 2021. Sie erscheint einigen Kreisen tiefrot.

Nitratkarte Thüringen mit Legende vom VSR-Gewässerschutz

Weitere Infos zur Nitratbelastung in den Kreisen

Auf unseren Kreisseiten können Sie weitere Informationen zu den Belastungen und Ursachen finden. Die Recherchen zu den uns vorliegenden Messdaten lassen Rückschlüsse auf die Ursachen der Nitratbelastung zu. Tragen Sie bitte im Suchfeld den Namen des für Sie interessanten Landkreises ein.

Trecker düngt ein Feld

Helfen Sie uns, die Grundwasserbelastungen Ihrer Region aufzudecken – senden Sie uns Ihre Wasserprobe zu!

Der VSR-Gewässerschutz konnte noch nicht in allen Gebieten genügend Messdaten sammeln, um dort die Belastungen zu bewerten (in der Karte hellgelb eingefärbt). Unterstützen Sie unsere Arbeit und senden uns Ihre Brunnenwasserprobe zu – nur bei genügend Messdaten können wir eine aussagekräftige Auswertung Ihrer Region veröffentlichen.

Wasserprobe im Labor wird abgefüllt

Ursache ist die intensive Landwirtschaft

Infolge der guten Böden wird auf 78 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Ackerbau betrieben. In den Landkreisen Gotha, Kyffhäuser Kreis, Sömmerda und dem Unstrut-Hainich-Kreis ist Weizen die dominierende Kultur. Über 38 % der landwirtschaftlichen Fläche dieser Kreise wird mit diesem Getreide bestellt. Auffällig ist auch der Kreis Schmalkalden-Meiningen. Die Nitratbelastung hält sich hier in Grenzen, da der Waldanteil über 43% der Kreisfläche beträgt. Hier wird wesentlich weniger Nitrat ausgewaschen als unter den landwirtschaftlich – besonders ackerbaulich – genutzten Gebieten.

Auf den Ackerflächen in Thüringen wächst viel Mais und Weizen

Maiskolben in Nahaufnahme in einem Maisfeld

11 % der Ackerflächen für Mais

Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Großflächiges Weizenfeld

23 % der Ackerfläche für Weizen

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut, doch leider trägt dieser durch die dritte Spätdüngung wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30% der Produktion dieses backfähigen Weizens wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnten dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quelle für Flächenanteile: Statistisches Landesamt Thüringen 2020 (Landesdatenbank)

Zu wenig Ökolandbau in Thüringen

Nur 6,6 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Thüringen wird ökologisch bewirtschaftet

Die Nitratbelastung des Grundwassers wird unter ökologisch bewirtschafteten Flächen stark verringert. Der Öko-Landbau vermindert nach Untersuchungen des Thünen-Institutes (Bundesforschungsanstalt in Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zusickern. Es ist wichtiger denn je, eine nachhaltige und gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen!

Schild mit der Aufschrift "ökologischer Landbau" lehnt an einem Löwenzahn

Quelle für Flächenanteile: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2020