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Moorfrosch in seiner natürlichen Umgebung.

Artenvielfalt in Mooren

Renaturierung von Mooren – wichtig für die Artenvielfalt

Moore sind empfindliche Ökosysteme und leiden sehr unter den umfangreichen und zerstörerischen Landschaftsnutzungsänderungsmaßnahmen, wie tiefreichenden Trockenlegungen, räuberischem Torfabbau und einer intensiven landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzung, denen sie in den vergangenen Jahrhunderten ausgesetzt waren und auch heute noch sind. Während gesunde Moore eine ganze Menge positiver Ökosystemdienstleistungen für Mensch und Natur zu bieten haben, verlieren sie diese im entwässerten und degradierten Zustand.  So wandeln sie sich Stück für Stück zu einer ökologisch wertlosen Wüste und können enorme Mengen an Nähr- und Kohlenstoffen freisetzen. Insbesondere das gut wasserlösliche Nitrat wird durch Mineralisierungsprozesse der Torfschicht in großen Mengen in die umliegenden Gewässer abgegeben und kann dort zur Eutrophierung und Degradierung der aquatischen Ökosysteme führen. Bis zu 3 Millionen Tonnen Nitrat (entspricht den Ausscheidungen von knapp 150 Millionen Menschen) werden so jährlich zusätzlich in die Umwelt eingeführt; eine enorme Belastung. Gedüngte Moorgebiete werden zusätzlich noch zu einer Quelle von Phosphat und organischem Kohlenstoff und können des Weiteren Probleme bei der Trinkwasseraufbereitung verursachen.

Als eine Art ökologisches Übergangssystem zwischen Wasser und Land, sind sie geprägt von einzigartigen Lebensbedingungen und Artengemeinschaften. Welche Arten sich in einem Moor ansiedeln können hängt von den vorherrschenden Umweltbedingungen und den jeweiligen Moortypen ab. Klassisch wird hier zwischen zwei Formen unterschieden: den Hochmooren und den Niedermooren. Diese zwei Moortypen unterscheiden sich in erster Linie durch die Quelle ihrer Wasserversorgung.

Wollgras in der Abenddämmerung

Artenvielfalt in Hochmooren

Hochmoore werden auch Regenmoore oder ombrotrophe Moore genannt, werden durch nährstoffarmes Regenwasser gespeist und haben keinen Kontakt mehr zum Grundwasser. Nur bestimmte hochspezialisierte und konkurrenzschwache Arten wie Torfmoose (Sphagnum), Heidekraut und Wollgräser können unter diesen besonderen Gegebenheiten wachsen und reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen des Systems.

Artenvielfalt in Niedermooren

Niedermoore sind artenreicher wie Hochmoore. Die Artengemeinschaften in Niedermooren, welche meist von Klein- oder Großseggen und verschiedenen Röhrichtarten dominiert werden, aber auch vermehrt Baum- und Strauchbestände sowie Bruchwälder aufweisen, hängen in ihren Kompositionen vor allem von den Bodengründen und den damit verbundenen Nährstoffen im System ab.

Blaukehlchen im Niedermoor
Blauflügel-Prachtlibelle auf einer Pflanze

Artenvielfalt in größeren Moorsystemen

Große Moorsysteme werden oftmals nicht nur von einem Moortypen gebildet, sondern umfassen, den Umwelteinflüssen folgend, eine Art Mosaik verschiedener Moortypen und bieten so ein vielfältiges Angebot an Lebensräumen, -nischen und -anforderungen. Neben den zahlreichen Pflanzenarten, welche auch seltene Orchideen und den Sonnentau umfassen, finden hierdurch auch viele moortypische Tierarten wie zahlreiche Vogelarten, Amphibien wie der Moorfrosch oder Insekten wie der Hochmoor-Bläuling oder verschiedenste Libellenarten ein Zuhause. In den Weitläufigen Moorgebieten rund um den Federsee in Bad Buchau, welches das größte Niedermoorgebiet im Südwesten Deutschlands formt, wurden beispielsweise bereits mehr als 700 Pflanzen- und 270 Vogelarten gefunden. Ein Verlust dieser einzigartigen Lebensräume ist also auch immer gleichbedeutend mit einem Verlust einer vielfältigen Flora und Fauna.

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