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Nitratkarte von Mecklenburg-Vorpommern

Der VSR-Gewässerschutz hat eine Nitratkarte erstellt, um die Unterschiede der Nitratbelastung in den verschiedenen Regionen zu verdeutlichen

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2021 gewonnen.

Nitratprobleme existieren fast im gesamten Gebiet des Bundeslandes. Im ersten Blick fällt der Stadtkreis Schwerin auf. Hier keine Belastung feststellbar. Nur 17 % der Kreisfläche wird landwirtschaftlich genutzt. In den Landkreisen liegt der Anteil immer zwischen 57 und 71 %.

Nitratkarte Mecklenburg-Vorpommern mit Legende vom VSR-Gewässerschutz

Weitere Infos zur Nitratbelastung in den Kreisen

Auf unserer Übersichtsseite können Sie unsere Auswertungen zu den Grundwasserbelastungen einzelner Kreise und Städte finden. Weitere Recherchen zu den uns vorliegenden Messdaten lassen Rückschlüsse auf die Ursachen der Nitratbelastung zu.

Trecker düngt ein Feld

Helfen Sie uns, die Grundwasserbelastungen Ihrer Region aufzudecken – senden Sie uns Ihre Wasserprobe zu!

Der VSR-Gewässerschutz konnte noch nicht in allen Gebieten genügend Messdaten sammeln, um dort die Belastungen zu bewerten (in der Karte hellgelb eingefärbt). Unterstützen Sie unsere Arbeit und senden uns Ihre Brunnenwasserprobe zu – nur bei genügend Messdaten können wir eine aussagekräftige Auswertung Ihrer Region veröffentlichen.

Wasserprobe im Labor wird abgefüllt

Ursache ist die intensive Landwirtschaft

Auf vier Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Mecklenburg-Vorpommern wird Ackerbau betrieben. Dabei wächst landesweit Weizen auf mit 32 % dieser Fläche gefolgt von Raps auf 21% und Mais auf 13 %.

Auf den Ackerflächen in Mecklenburg-Vorpommern dominieren Mais und Weizen

Maiskolben in Nahaufnahme in einem Maisfeld

13 % der Ackerflächen für Mais

Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Großflächiges Weizenfeld

32 % der Ackerfläche für Weizen

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut, doch leider trägt dieser durch die dritte Spätdüngung wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30% der Produktion dieses backfähigen Weizens wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnten dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quelle für Flächenanteile: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern 2019 (Landesdatenbank)

Zu wenig Ökolandbau in Mecklenburg-Vorpommern

Nur 12,2 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Mecklenburg-Vorpommern wird ökologisch bewirtschaftet

Die Nitratbelastung des Grundwassers wird unter ökologisch bewirtschafteten Flächen stark verringert. Der Öko-Landbau vermindert nach Untersuchungen des Thünen-Institutes (Bundesforschungsanstalt in Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zusickern. Es ist wichtiger denn je, eine nachhaltige und gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen!

Schild mit der Aufschrift "ökologischer Landbau" lehnt an einem Löwenzahn

Quelle für Flächenanteile: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2020