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Trecker mit Maislegegerät auf einem Feld

Nitratbelastung im Kreis Ansbach

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Ansbach und Heilsbronn ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen im Kreis Ansbach von 2018 bis 2023 fest:
Jede 3. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat. Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar – eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 6 % der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über 100 mg/l auf!


Aktuelle Ergebnisse unserer Brunnenwasseranalysen in Ansbach, Feuchtwangen und Heilsbronn

Am 07.05.2024 wurden von und 82 Proben untersucht. Die Brunnenwasserergebnisse vom diesjährigen Termin in Ansbach ergaben, dass in jeder 3. Probe aus den privat genutzten Brunnen eine Überschreitung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat festzustellen war. Besonders erschreckend sind die festgestellten Belastungen in je einem Gartenbrunnen in Weihenzell mit 195 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l), in Fröschau mit 145 mg/l, in Großbreitenbronn mit 143 mg/l, in Neuses mit 124 mg/l, in Weiherschneidbach mit 101 mg/l, in Merkendorf mit 100 mg/l, in Wasserzell mit 91 mg/l und in Großenried mit 89 mg/l.

NItratdiagramm von der aktion in Ansbach am 07.05.2024
NItratdiagramm von der aktion in Feuchtwangen am 05.06.2024

Die Brunnenwasserergebnisse vom diesjährigen Termin in Feuchtwangen ergaben, dass in jeder 4. Probe von 117untersuchten Wasserproben aus den privat genutzten Brunnen eine Überschreitung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat festzustellen war. Besonders erschreckend sind die festgestellten Belastungen in je einem Gartenbrunnen in Wittelshofen mit 112 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l), in Gerolfingen mit 103 mg/l, in Ehingen mit 98 mg/l, in Sankt Ulrich mit 95 mg/l, in Villersbronn mit 85 mg/l, in Sulzach mit 77 mg/l, in Schweighausen mit 75 mg/l und in Feuchtwangen 71 mg/l.

Die Brunnenwasseruntersuchungen vom VSR-Gewässerschutz ergaben in Heilsbronn erschreckende Nitratbelastungen. 74 Gartenbesitzer hatten im Juni ihr Brunnenwasser am Labormobil abgegeben. In 39 der privat genutzten Brunnen stellte die gemeinnützige Organisation eine Überschreitung der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat fest. Dipl.-Phys. Harald Gülzow stellte in privaten Gartenbrunnen in Ketteldorf 149 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l), in Bonnhof 83 mg/l, in Weißenbronn 92 mg/l, in Trachtenhöfstatt 101 mg/l, in Gleizendorf mg/l, in Großhaslach 104 mg/l, in Markttreibendorf 101 mg/l und in Weihenzell 105 mg/l fest.

Nitratdiagramm von der Aktion in Heilsbron

Flächennutzung im Kreis Ansbach

Was hat die Landwirtschaft mit der Nitratbelastung zu tun?

In Ackerbauregionen ist das Grundwasser am häufigsten mit zu viel Nitrat belastet. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären. Unsere Auswertungen der Flächenverteilung im Kreis Ansbach zeigen: Die Landwirtschaft hat hier einen großen Anteil und damit einen erheblichen Einfluss auf die Belastungssituation des Grundwassers in dieser Region.

Mähdrescher auf Getreidefeld bei der Ernte

Landwirtschaft

43,5 % der Fläche im Kreis Ansbach werden von der Landwirtschaft genutzt.

Eine Straße führt durch ein städtisches Wohngebiet

Siedlung & Verkehr

23,3 % der Fläche im Kreis Ansbach stehen Siedlung & Verkehr zur Verfügung.

Lichtdurchflutetes Waldstück in Hanglage

Wald

27,9 % der Fläche im Kreis Ansbach ist mit Wald bedeckt.

Tennisanlage im städtischen Gebiet

Sonstige

5,3 % der Fläche im Kreis Ansbach stehen Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen zur Verfügung.

Viel Ackerfläche im Kreis Ansbach

Unter Grünland ist die Nitratauswaschung geringer und muss dringend gefördert werden

Im Kreis Ansbach bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 68 % aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

Weitläufige karge Ackerfläche in direkter Nähe eines Flusses

Quellen: Regionalatlas Deutschland 2019; Statistisches Landesamt 2020 (Landesdatenbank)


Mais- und Weizenanbau im Kreis Ansbach

Warum ist es problematisch, wenn Mais- und Weizenanbau dominieren?

Maiskolben in Nahaufnahme in einem Maisfeld

Im Kreis Ansbach wird auf 34 % der Ackerflächen Mais angebaut. Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Großflächiges Weizenfeld

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut – alleine im Kreis Ansbach auf 17 % der Ackerflächen. Aufgrund der dritten Spätdüngung trägt der Backweizen wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30 % der Produktion wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden, ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnte dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quelle: Statistisches Landesamt 2020 (Landesdatenbank)


Nitratkarte von Bayern

Wie sieht die Nitratbelastung in Bayern aus?

Das Ergebnis lässt wenig Anlass zur Freude: Die Kreise mit erhöhten Nitratwerten dominieren immer noch.

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2018-2023 gewonnen.

Nitratkarte von Franken

Brunnenwasserprobe wird in Röhrchen abgefüllt

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Mann und Mädchen lachen am Tablet

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