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Nitratbelastung im Kreis Potsdam-Mittelmark

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Werder, Beelitz und Kloster Lehnin ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen
im Kreis Potsdam-Mittelmark in den letzten 5 Jahren fest:

Jede 13. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat.

Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar – eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 3 % der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über 100 mg/l auf!

Nitratkarte von Brandenburg & Berlin

Das Ergebnis lässt wenig Anlass zur Freude: Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2021 gewonnen.

Nitratkarte Brandenburg vom VSR-Gewässerschutz

Ursachen der Nitratbelastung

Die Landwirtschaft nimmt im Kreis Potsdam-Mittelmark eine große Fläche ein. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären.

Mähdrescher auf Getreidefeld bei der Ernte

45,9 % Landwirtschaft

Ein hoher Anteil an landwirtschaftlichen Flächen führt zu einer starken Nitratbelastung.

Eine Straße führt durch ein städtisches Wohngebiet

9,5 % Siedlung & Verkehr

Je höher der Anteil der bebauten Flächen ist, umso geringer sind die Nitratbelastungen.

Lichtdurchflutetes Waldschück in Hanglage

40,4 % Wald

Unter Wald kommt es in der Regel zu geringeren Nitratauswaschungen.

Tennisanlage im städtischen Gebiet

4,5 % Sonstige

Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen – hier findet kein auffälliger Nitrateintrag statt.

Quelle für Flächenanteile: Regionatlas Deutschland 2019

Viel Ackerfläche – wenig Grünland

Im Kreis Potsdam-Mittelmark bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 72 % aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

Weitläufige karge Ackerfläche in direkter Nähe eines Flusses

In Kreis Potsdam-Mittelmark wächst viel Mais

Auf 25 % der landwirtschaftlichen Fläche wird Mais angebaut. Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Nur 9,5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird im Kreis Potsdam-Mittelmark ökologisch bewirtschaftet

Die Nitratbelastung des Grundwassers wird unter ökologisch bewirtschafteten Flächen stark verringert. Der Öko-Landbau vermindert nach Untersuchungen des Thünen-Institutes (Bundesforschungsanstalt in Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zusickern. Es ist wichtiger denn je, eine nachhaltige und gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen!

Feld mit der Aufschrift "Bio"

Quelle für Flächenanteile: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2020

Stoppt das Artensterben in nitratbelasteten Bächen und Flüssen!

Nitratbelastetes Grundwasser sickert den Bächen und Flüssen zu. Der hohe Nährstoffeintrag führt zu einer Eutrophierung der Gewässer. Dadurch hat sich die Artenvielfalt in den Gewässern bereits dramatisch verringert. Nach dem Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes gelangen heutzutage 75 Prozent der Stickstoffbelastungen alleine von landwirtschaftlichen Flächen in die Oberflächengewässer. Die Nitratbelastung muss dringend verringert werden – nur so können wir den Lebensraum vieler bedrohter Arten erhalten!

Brunnenwasser aus Flasche wird in ein Reagenzglas umgefüllt

Wie können Sie Ihr Brunnenwasser nutzen? Lassen Sie das Wasser bei uns testen – Sie erhalten ein ausführliches Gutachten von uns.

Großvater und Enkelin schauen sich einen Newsletter im Laptop an

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Eine Gruppe von Menschen packt es gemeinsam an

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