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Trecker mit Maislegegerät auf einem Feld

Nitratbelastung im Kreis Märkisch-Oderland

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Strausberg und Wriezen ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen im Kreis Märkisch-Oderland von 2017 bis 2022 fest:
Jede 7. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat. Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar – eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 5 % der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über 100 mg/l auf!


Aktuelle Ergebnisse unserer Brunnenwasseranalysen
in Wriezen

Viele Bürger kamen am 01. August 2022 an den Informationsstand des VSR-Gewässerschutzes in Wriezen, um ihr Brunnenwasser untersuchen zu lassen.

Säulendiagramm mit den auffälligsten Nitratwerten vom 01.08.2022 in Wriezen.

Insgesamt wurde das Wasser von 79 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Falkenberg – Bad Freienwalde – Wriezen – Neulewin – Letschin – Neuhardenberg analysiert.
Die Spitzenwerte dieser Aktion:

  • Kienitz mit 164 mg/l
  • Großbarnim mit 99 mg/l
  • Kunersdorf mit 154 mg/l
  • Frankenfelde mit 136 mg/l
  • Wriezen mit 80 mg/l
  • Altreetz mit 91 mg/l
  • Neureetz mit 86 mg/l
Brunnenwasserprobe wird in Röhrchen abgefüllt

Helfen Sie uns mit Ihrem Wasserprobe Belastungen des Grundwassers im Kreis Märkisch-Oderland zu erkennen

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Sie erhalten ein ausführliches Gutachten von uns.

Mann und Mädchen lachen am Tablet

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Flächennutzung im Kreis Märkisch-Oderland

Was hat die Landwirtschaft mit der Nitratbelastung zu tun?

In Ackerbauregionen ist das Grundwasser am häufigsten mit zu viel Nitrat belastet. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären. Unsere Auswertungen der Flächenverteilung im Kreis Märkisch-Oderland zeigen: Die Landwirtschaft hat hier einen großen Anteil und damit einen erheblichen Einfluss auf die Belastungssituation des Grundwassers in dieser Region.

Mähdrescher auf Getreidefeld bei der Ernte

Landwirtschaft

61,1 % der Fläche im Kreis Märkisch-Oderland werden von der Landwirtschaft genutzt.

Eine Straße führt durch ein städtisches Wohngebiet

Siedlung & Verkehr

11,5 % der Fläche im Kreis Märkisch-Oderland stehen Siedlung & Verkehr zur Verfügung.

Lichtdurchflutetes Waldstück in Hanglage

Wald

23,1 % der Fläche im Kreis Märkisch-Oderland ist mit Wald bedeckt.

Tennisanlage im städtischen Gebiet

Sonstige

4,3 % der Fläche im Kreis Märkisch-Oderland stehen Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen zur Verfügung.

Viel Ackerfläche im Kreis Märkisch-Oderland

Unter Grünland ist die Nitratauswaschung geringer

Im Kreis Märkisch-Oderland bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 92 % aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

Weitläufige karge Ackerfläche in direkter Nähe eines Flusses

Quellen: Regionalatlas Deutschland 2019; Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2021


Mais- und Weizenanbau im Kreis Märkisch-Oderland

Warum ist es problematisch, wenn Mais- und Weizenanbau dominieren?

Maiskolben in Nahaufnahme in einem Maisfeld

Im Kreis Märkisch-Oderland wird auf 22 % der Ackerflächen Mais angebaut. Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Großflächiges Weizenfeld

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut – alleine im Kreis Märkisch-Oderland auf 25 % der Ackerflächen. Aufgrund der dritten Spätdüngung trägt der Backweizen wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30 % der Produktion wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden, ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnte dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2021


Öko-Landbau im Kreis Märkisch-Oderland

Gewässerschonende Landwirtschaft muss dringend gefördert werden

Nur 7,9 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Kreis Märkisch-Oderland wird ökologisch bewirtschaftet.
Die Nitratbelastung des Grundwassers wird unter ökologisch bewirtschafteten Flächen stark verringert. Der Ökologische Landbau vermindert nach Untersuchungen des Thünen-Institutes (Bundesforschungsanstalt in Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zu sickern. Es ist wichtiger denn je, eine nachhaltige und gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen!

Feld mit der Aufschrift "Bio"

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2020


Nitratkarte von Brandenburg & Berlin

Wie sieht die Nitratbelastung in Brandenburg & Berlin aus?

Das Ergebnis lässt wenig Anlass zur Freude: Die Kreise mit erhöhten Nitratwerten dominieren immer noch.

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2022 gewonnen.

Nitratkarte Brandenburg aus den Jahren 2017 bis 2022 vom VSR-Gewässerschutz

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