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Glas mit Wasser wird von einer Person gehalten und ein roter Balken liegt über dem Bild.

Nitratbelastung im Kreis Ludwigslust-Parchim

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Hagenow, Wittenburg, Boizenburg, Ludwigslust, Parchim und Sternberg ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen
im Kreis Ludwigslust-Parchim von 2017 bis 2021 fest:

Jede 4. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat.

Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar – eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 6 % der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über 100 mg/l auf!

Ergebnisse unserer aktuellen Brunnenwasseranalysen in Sternberg

Viele Bürger kamen am 25. Juli 2022 an den Informationsstand des VSR-Gewässerschutzes in Sternberg, um ihr Brunnenwasser untersuchen zu lassen.

Säulendiagramm mit den auffälligsten Nitratwerten der Brunnenwasseranalyse vom 25.07.2022 in Sternberg.

Insgesamt wurde das Wasser von 76 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Warin – Sternberg – Borkow – Parchim – Demen – Brüel analysiert. Dipl.-Phys. Harald Gülzow und Bundesfreiwilliger Dr. Matthias Ahlbrecht fanden bei den Untersuchungen 164 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Dabel. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Warin mit 75 Milligramm pro Liter (mg/l), in Groß Labenz mit 75 mg/l, in Keez mit 108 mg/l, in Zölkow mit 123 mg/l, in Stralendorf mit 125 mg/l und in Bobzin mit 82 mg/lfest.

Bürger*innen, die unsere Brunnenwasseranalyse-Aktion in Sternberg verpasst haben, aber dennoch an einer Untersuchung interessiert sind, können uns Ihr Probenwasser einfach per Post bis Ende September in die Geschäftsstelle senden.

Nitratkarte von Mecklenburg-Vorpommern

Das Ergebnis lässt wenig Anlass zur Freude: Die Flächen mit erhöhten Nitratgehalten dominieren immer noch.

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2021 gewonnen.

Ursachen der Nitratbelastung

Die Landwirtschaft nimmt im Kreis Ludwigslust-Parchim eine große Fläche ein. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären.

Mähdrescher auf Getreidefeld bei der Ernte

59,1 % Landwirtschaft

Ein hoher Anteil an landwirtschaftlichen Flächen führt zu einer starken Nitratbelastung.

Eine Straße führt durch ein städtisches Wohngebiet

7,9 % Siedlung & Verkehr

Je höher der Anteil der bebauten Flächen ist, umso geringer sind die Nitratbelastungen.

Lichtdurchflutetes Waldstück in Hanglage

27,2 % Wald

Unter Wald kommt es in der Regel zu geringeren Nitratauswaschungen.

Tennisanlage im städtischen Gebiet

5,8 % Sonstige

Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen – hier findet kein auffälliger Nitrateintrag statt.

Quelle für Flächenanteile: Regionatlas Deutschland 2019

Viel Ackerfläche – wenig Grünland

Im Kreis Ludwigslust-Parchim bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 76 % aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

Weitläufige karge Ackerfläche in direkter Nähe eines Flusses

Auf der landwirtschaftlichen Fläche im Kreis Ludwigslust-Parchim dominiert der Mais- und Weizenanbau.
Das stellt ein großes Problem für das Grundwasser dar.

Maiskolben in Nahaufnahme in einem Maisfeld

23 % der Ackerflächen für Mais

Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Großflächiges Weizenfeld

19 % der Ackerfläche für Weizen

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut, doch leider trägt dieser durch die dritte Spätdüngung wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30% der Produktion dieses backfähigen Weizens wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnten dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quelle für Flächenanteile: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern 2016 & 2019

Öko-Landbau im Kreis Ludwigslust-Parchim

Nur 13,9 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Kreis Ludwigslust-Parchim wird ökologisch bewirtschaftet.
Die Nitratbelastung des Grundwassers wird unter ökologisch bewirtschafteten Flächen stark verringert. Der Ökologische Landbau vermindert nach Untersuchungen des Thünen-Institutes (Bundesforschungsanstalt in Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zu sickern. Es ist wichtiger denn je, eine nachhaltige und gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen!

Feld mit der Aufschrift "Bio"

Quelle für Flächenanteile: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2020

Stoppt das Artensterben in nitratbelasteten Bächen und Flüssen!

Nitratbelastetes Grundwasser sickert den Bächen und Flüssen zu. Der hohe Nährstoffeintrag führt zu einer Eutrophierung der Gewässer. Dadurch hat sich die Artenvielfalt in den Gewässern bereits dramatisch verringert. Nach dem Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes gelangen heutzutage 75 Prozent der Stickstoffbelastungen alleine von landwirtschaftlichen Flächen in die Oberflächengewässer. Die Nitratbelastung muss dringend verringert werden – nur so können wir den Lebensraum vieler bedrohter Arten erhalten!

Schöpfer mit Mengen an Algen eines nitratbelasteten Baches
Brunnenwasser aus Flasche wird in ein Reagenzglas umgefüllt

Wie können Sie Ihr Brunnenwasser nutzen? Lassen Sie das Wasser bei uns testen – Sie erhalten ein ausführliches Gutachten von uns.

Großvater und Enkelin schauen sich einen Newsletter im Laptop an

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Eine Gruppe von Menschen packt es gemeinsam an

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