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Glas mit Wasser wird von einer Person gehalten und ein roter Balken liegt über dem Bild.

Nitratbelastung im Kreis Mainz-Bingen

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Ingelheim, Nieder-Olm und Bingen ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen
im Kreis Mainz-Bingen in den letzten 5 Jahren fest:

Jede 2. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat.

Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar – eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 19 % der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über 100 mg/l auf!

Ergebnisse unserer aktuellen Brunnenwasseranalysen in Ingelheim

Viele Bürger kamen am 24. Mai 2022 an den Informationsstand der gemeinnützigen Organisation VSR-Gewässerschutz in Ingelheim, um ihr Brunnenwasser untersuchen zu lassen.

Säulendiagramm mit den auffälligsten Nitratwerten der Brunnenwasseranalyse vom 24.05.2022 in Ingelheim

Insgesamt wurde das Wasser von 79 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Bingen – Gau-Algesheim – Appenheim – Ingelheim – Heidesheim analysiert. Dipl.-Phys. Harald Gülzow und Dr. Matthias Ahlbrecht fanden bei den Untersuchungen 164 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Kempten. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Sponsheim mit 104 Milligramm pro Liter (mg/l), in Welgesheim mit 110 mg/l, in Ockenheim mit 112 mg/l, in Appenheim mit 78 mg/l, in Nieder-Ingelheim mit 118 mg/l, in Elsheim mit 93 mg/l und in Großwinternheim mit 80 mg/l fest.

Bürger*innen, die unsere Brunnenwasseranalyse-Aktion in Ingelheim verpasst haben, aber dennoch an einer Untersuchung interessiert sind, können uns Ihr Probenwasser einfach per Post bis Ende September in die Geschäftsstelle senden.

Nitratkarte von Rheinland-Pfalz

Die Nitratkarte liefert keinen Anlass zur Freude. Die meisten Kreise an Mosel und Rhein sind mit Nitraten auffällig stark belastet. Besonders fällt dabei Rheinhessen und die Vorderpfalz auf.

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2021 gewonnen.

Ursachen der Nitratbelastung

Die Landwirtschaft nimmt im Kreis Mainz-Bingen eine große Fläche ein. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären.

Mähdrescher auf Getreidefeld bei der Ernte

61,1 % Landwirtschaft

Ein hoher Anteil an landwirtschaftlichen Flächen führt zu einer starken Nitratbelastung.

Eine Straße führt durch ein städtisches Wohngebiet

18,8 % Siedlung & Verkehr

Je höher der Anteil der bebauten Flächen ist, umso geringer sind die Nitratbelastungen.

Lichtdurchflutetes Waldstück in Hanglage

13,7 % Wald

Unter Wald kommt es in der Regel zu geringeren Nitratauswaschungen.

Tennisanlage im städtischen Gebiet

6,4 % Sonstige

Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen – hier findet kein auffälliger Nitrateintrag statt.

Quelle für Flächenanteile: Regionatlas Deutschland 2019

Viel Acker- und Rebfläche – wenig Grünland

Im Kreis Mainz-Bingen bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 33 % aus Rebflächen und zu 58 % aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

Weitläufige karge Ackerfläche in direkter Nähe eines Flusses

Auf 38 % der landwirtschaftlichen Fläche im Kreis Mainz-Bingen wird Weizen angebaut

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut, doch leider trägt dieser durch die dritte Spätdüngung wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30% der Produktion dieses backfähigen Weizens wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnten dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quelle für Flächenanteile: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz 2016

Stoppt das Artensterben in nitratbelasteten Bächen und Flüssen!

Nitratbelastetes Grundwasser sickert den Bächen und Flüssen zu. Der hohe Nährstoffeintrag führt zu einer Eutrophierung der Gewässer. Dadurch hat sich die Artenvielfalt in den Gewässern bereits dramatisch verringert. Nach dem Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes gelangen heutzutage 75 Prozent der Stickstoffbelastungen alleine von landwirtschaftlichen Flächen in die Oberflächengewässer. Die Nitratbelastung muss dringend verringert werden – nur so können wir den Lebensraum vieler bedrohter Arten erhalten!

Schöpfer mit Mengen an Algen eines nitratbelasteten Baches
Brunnenwasser aus Flasche wird in ein Reagenzglas umgefüllt

Wie können Sie Ihr Brunnenwasser nutzen? Lassen Sie das Wasser bei uns testen – Sie erhalten ein ausführliches Gutachten von uns.

Großvater und Enkelin schauen sich einen Newsletter im Laptop an

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Eine Gruppe von Menschen packt es gemeinsam an

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