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Glas mit Wasser wird von einer Person gehalten und ein roter Balken liegt über dem Bild.

Nitratbelastung im Kreis Leipzig

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Grimma und Wurzen ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen
im Kreis Leipzig von 2017 bis 2021 fest:

Jede 4. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat.

Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar – eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 1 % der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über 100 mg/l auf!

Ergebnisse unserer aktuellen Brunnenwasseranalysen in Wurzen

Viele Bürger kamen am 17. Mai 2022 an den Informationsstand des VSR-Gewässerschutzes in Wurzen, um ihr Brunnenwasser untersuchen zu lassen.

Säulendiagramm mit den auffälligsten Nitratwerten der Brunnenwasseranalyse vom 17.05.2022 in Wurzen.

Insgesamt wurde das Wasser von 38 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Thallwitz – Bennewitz – Wurzen – Lossatal analysiert. Dipl.-Phys. Harald Gülzow und Dr. Matthias Ahlbrecht fanden bei den Untersuchungen 82 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Dornreichenbach. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Großbuch mit 74 Milligramm pro Liter (mg/l), in Polenz mit 57 mg/l, in Wäldgen mit 67 mg/l und in Roitzsch mit 65 mg/l fest.

Bürger*innen, die unsere Brunnenwasseranalyse-Aktion in Wurzen verpasst haben, aber dennoch an einer Untersuchung interessiert sind, können uns Ihr Probenwasser einfach per Post bis Ende September in die Geschäftsstelle senden.

Nitratkarte von Sachsen

Das Ergebnis lässt wenig Anlass zur Freude. Große Teile des Untersuchungsgebietes sind stark mit Nitraten belastet.

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2021 gewonnen.

Ursachen der Nitratbelastung

Die Landwirtschaft nimmt im Kreis Leipzig eine große Fläche ein. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären.

Mähdrescher auf Getreidefeld bei der Ernte

62,3 % Landwirtschaft

Ein hoher Anteil an landwirtschaftlichen Flächen führt zu einer starken Nitratbelastung.

Eine Straße führt durch ein städtisches Wohngebiet

16,8 % Siedlung & Verkehr

Je höher der Anteil der bebauten Flächen ist, umso geringer sind die Nitratbelastungen.

Lichtdurchflutetes Waldstück in Hanglage

13,6 % Wald

Unter Wald kommt es in der Regel zu geringeren Nitratauswaschungen.

Tennisanlage im städtischen Gebiet

7,3 % Sonstige

Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen – hier findet kein auffälliger Nitrateintrag statt.

Quelle für Flächenanteile: Regionatlas Deutschland 2019

Viel Ackerfläche – kaum Grünland

Im Kreis Leipzig bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 89 % aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

Weitläufige karge Ackerfläche in direkter Nähe eines Flusses
Maiskolben in Nahaufnahme in einem Maisfeld

15 % der Ackerflächen für Mais

Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Großflächiges Weizenfeld

35 % der Ackerfläche für Weizen

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut, doch leider trägt dieser durch die dritte Spätdüngung wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30% der Produktion dieses backfähigen Weizens wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnten dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quelle für Flächenanteile: Statistisches Landesamt Freistaat Sachsen 2019

Öko-Landbau im Kreis Leipzig

Nur 7,1 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Kreis Leipzig wird ökologisch bewirtschaftet.
Die Nitratbelastung des Grundwassers wird unter ökologisch bewirtschafteten Flächen stark verringert. Der Ökologische Landbau vermindert nach Untersuchungen des Thünen-Institutes (Bundesforschungsanstalt in Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit tragen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zu sickern. Es ist wichtiger denn je, eine nachhaltige und gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen!

Feld mit der Aufschrift "Bio"

Quelle für Flächenanteile: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2020

Stoppt das Artensterben in nitratbelasteten Bächen und Flüssen!

Nitratbelastetes Grundwasser sickert den Bächen und Flüssen zu. Der hohe Nährstoffeintrag führt zu einer Eutrophierung der Gewässer. Dadurch hat sich die Artenvielfalt in den Gewässern bereits dramatisch verringert. Nach dem Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes gelangen heutzutage 75 Prozent der Stickstoffbelastungen alleine von landwirtschaftlichen Flächen in die Oberflächengewässer. Die Nitratbelastung muss dringend verringert werden – nur so können wir den Lebensraum vieler bedrohter Arten erhalten!

Schöpfer mit Mengen an Algen eines nitratbelasteten Baches
Brunnenwasser aus Flasche wird in ein Reagenzglas umgefüllt

Wie können Sie Ihr Brunnenwasser nutzen? Lassen Sie das Wasser bei uns testen – Sie erhalten ein ausführliches Gutachten von uns.

Großvater und Enkelin schauen sich einen Newsletter im Laptop an

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Eine Gruppe von Menschen packt es gemeinsam an

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