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Nitratbelastung im Kreis Kitzingen

Die Ergebnisse unserer Wasser-Analysen aus privat genutzten Brunnen im Raum Kitzingen ergaben eine deutliche Nitratbelastung im Grundwasser.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Brunnenwasser-Analysen
im Kreis Kitzingen in den letzten 5 Jahren fest:

Jede 3. Probe überschreitet den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l Nitrat.

Grundwasser stellt die Trinkwasservorräte für die nachfolgenden Generationen dar – eine Verringerung der Belastung ist dringend erforderlich. 5% der Brunnenwasseruntersuchungen weisen sogar Nitratwerte von über 100 mg/l auf!

Nitratkarte von Franken

Der VSR-Gewässerschutz beschäftigt sich mit dem Grundwasser im Nord- und Ostsee-Einzugsgebiet. Gerade die Gebiete in Bayern aus denen die Nährstoffe über die Donau ins Schwarze Meer transportiert werden, gehören nicht zu unserem Tätigkeitsbereich.

Unser Arbeitsschwerpunkt liegt aktuell in den fränkischen Landkreisen. Von den anderen Kreisen z. B. der Landkreis Kempten, der auch teilweise in den Bodensee entwässert, liegen uns nicht genügend Messwerte vor, um darüber Aussagen über den Zustand des Grundwassers zu machen.

Nitratkarte Franken vom VSR-Gewässerschutz

Die Karte gibt einen Überblick über die Nitratbelastungen in privat genutzten Brunnen. Die Daten wurden im Rahmen der Untersuchungen des VSR-Gewässerschutz in den Jahren 2017-2021 gewonnen.

Ursachen der Nitratbelastung

Die Landwirtschaft nimmt im Kreis Kitzingen eine große Fläche ein. Die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem durch eine Überdüngung der intensiv bewirtschafteten Ackerflächen zu erklären.

Mähdrescher auf Getreidefeld bei der Ernte

58,8% Landwirtschaft

Ein hoher Anteil an landwirtschaftlichen Flächen führt zu einer starken Nitratbelastung.

Eine Straße führt durch ein städtisches Wohngebiet

14,3% Siedlung & Verkehr

Je höher der Anteil der bebauten Flächen ist, umso geringer sind die Nitratbelastungen.

Lichtdurchflutetes Waldschück in Hanglage

21,3% Wald

Unter Wald kommt es in der Regel zu geringeren Nitratauswaschungen.

Tennisanlage im städtischen Gebiet

5,6% Sonstige

Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen – hier findet kein auffälliger Nitrateintrag statt.

Quelle für Flächenanteile: Regionatlas Deutschland 2019

Viel Ackerfläche – wenig Grünland

Im Kreis Kitzingen bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 82% aus Ackerflächen. Dort ist die Gefahr der Nitratauswaschung höher als unter Grünland. Das liegt daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweist und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen wird. Das ist bei Ackerflächen nicht der Fall. Besonders hoch ist die Nitratverlagerung im Winter unter Feldern, die keine Bodenbedeckung aufweisen. Deshalb müssen dringend Zwischenfrüchte angebaut werden, die bei Regenfällen die Nitratverlagerung ins Grundwasser verhindern. Es darf im Winter keine Felder ohne Bewuchs geben.

Weitläufige karge Ackerfläche in direkter Nähe eines Flusses

Auf der landwirtschaftlichen Fläche im Kreis Kitzingen dominiert der Mais- und Weizenanbau.
Das stellt ein großes Problem für das Grundwasser dar.

Maiskolben in Nahaufnahme in einem Maisfeld

18% der Ackerflächen für Mais

Gerade in der Nähe von Biogasanlagen wird besonders viel Mais produziert. Erfolgt die Ernte nach dem 1. Oktober, sieht man nur noch große Ackerflächen, die ab Winter bis weit ins Frühjahr keinen Bewuchs aufweisen. Selbst in Gegenden mit hohen Nitratbelastungen müssen gemäß aktueller Düngeverordnung dann keine Zwischenfrüchte mehr angebaut werden. Die überschüssigen Nitrate können dadurch nicht von Pflanzen zum Wachstum aufgenommen werden. Die Folge ist eine hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser. Biogasanlagen sollten dringend andere Substrate einsetzen, die weit weniger zur Nitratbelastung beitragen.

Großflächiges Weizenfeld

34% der Ackerfläche für Weizen

Der Weizen ist eine der wichtigsten Nahrungsnutzpflanzen der Welt. In Deutschland wird viel Backweizen angebaut, doch leider trägt dieser durch die dritte Spätdüngung wesentlich zur Nitratbelastung bei. Aber nur 30% der Produktion dieses backfähigen Weizens wird wirklich für Backzwecke benötigt! Mehr als die Hälfte des Backweizens wird aufgrund zu niedriger Proteinwerte verfüttert. Damit die globale Ernährungssicherung gewährleistet werden kann, muss der Getreideanbau nachhaltiger werden ohne die Produktivität stark zu reduzieren. Laut zahlreicher Experten könnten dies gelingen, wenn nicht nur der Proteingehalt des Getreides ausschlaggebend wäre.

Quelle für Flächenanteile: Bayerisches Landesamt für Statistik 2019

Stoppt das Artensterben in nitratbelasteten Bächen und Flüssen!

Nitratbelastetes Grundwasser sickert den Bächen und Flüssen zu. Der hohe Nährstoffeintrag führt zu einer Eutrophierung der Gewässer. Dadurch hat sich die Artenvielfalt in den Gewässern bereits dramatisch verringert. Nach dem Nitratbericht 2020 des Umweltbundesamtes gelangen heutzutage 75 Prozent der Stickstoffbelastungen alleine von landwirtschaftlichen Flächen in die Oberflächengewässer. Die Nitratbelastung muss dringend verringert werden – nur so können wir den Lebensraum vieler bedrohter Arten erhalten!

Schöpfer mit Mengen an Algen eines nitratbelasteten Baches

Hier eine Auswahl von Artikeln über unsere Arbeit in Ihrem Kreis

18.11.2021 Radio Primaton Gerolzhofen und Kitzingen: Hohe Nitratbelastung im Grundwasser

Brunnenwasser aus Flasche wird in ein Reagenzglas umgefüllt

Wie können Sie Ihr Brunnenwasser nutzen? Lassen Sie das Wasser bei uns testen – Sie erhalten ein ausführliches Gutachten von uns.

Großvater und Enkelin schauen sich einen Newsletter im Laptop an

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Eine Gruppe von Menschen packt es gemeinsam an

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